queerfeminismus und oekonomiekritik
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Queertheoretische Perspektiven auf Prekarisierung

Der Begriff ‚prekär’ wurde eingeführt, um bestimmte Lebens- und Arbeitsbedingungen von solchen abzugrenzen, die als ‚normal’ wahrgenommen wurden. Genau dieses angebliche "Normalarbeitsverhältnis" galt aber vor allem für weiße deutsche Ehemänner und war damit patriarchal, rassistisch und heteronormativ geprägt. 

Bedeutet die Entnormalisierung und Prekarisierung der Arbeits- und Lebensbedingungen im Neoliberalismus umgekehrt die Aufweichung der Verankerung von Heteronormativität in unserer Gesellschaft? Denn soziale, geschlechtsspezifische und kulturelle Unterschiede werden im Neoliberalismus nicht mehr als Störfaktoren betrachtet, sondern sie werden nun anerkannt und gefördert, weil sie ökonomisch nutzbar gemacht werden. Welches Potenzial hat die Einbeziehung einer Perspektive auf sexuelle Prekarisierung aber für die Analyse und Kritik der Prekarisierung von Arbeit und Sozialstaat? Das Beispiel Hartz IV zeigt, wie Sexualität auf sehr unterschiedliche Weise ökonomisch reguliert wird.

Vortrag von Volker Woltersdorff.

Werkstatt der Kulturen, Samstag 17.15-18.15, Raum 1.