queerfeminismus und oekonomiekritik
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Individualisierung und Privatisierung von Gewalt. (Gewaltökonomien I)

Neoliberale Diskurse und Regierungsweisen betonen die Eigenverantwortlichkeit und Pflicht zur Selbstsorge, und delegieren damit strukturelle Probleme in den Verantwortlichkeitsbereich von Individuen. Wir wollen darüber sprechen, inwiefern dabei auch zunehmend die Strukturhaftigkeit und Systematik von Gewaltverhältnissen verschleiert werden.

Vor dem Hintergrund der globalen Tendenz einer „Medikalisierung des Sozialen“, bei der Individuen zum_r Manager_in ihrer Gesundheit gemacht werden, stellen wir folgende Fragen: Wird normierende, psychische und körperliche Gewalt und Verletzbarmachung zunehmend mit einem individualisierenden Gesundheitsdiskurs beantwortet (bspw. „Traumatisierte sollen einfach positiver denken, das heilt“)? Und stellt diese Subsummierung von sozialen Problemen unter „Gesundheit“ eine Depolitisierungsstrategie neoliberaler Ökonomien dar? Wie sind Forschungs-Tendenzen einzuordnen, die Gewalt biologisieren und bspw. Verletzlichkeit auf genetische Determiniertheit zurückführen? Was bedeutet es für die Subjektivierungsweisen und die materielle/ökonomische Existenz von Gewalt-Betroffenen, wenn Gewalt als Frage der Eigenverantwortung konstruiert wird?

Wir wollen auch darüber sprechen, wer von einem individualisierten Gesundheits-wesen profitiert, und inwiefern sich durch diese Tendenzen immer mehr Leute keine Gesundheitsversorgung mehr leisten können.

Mit Ariane Brensell (LARA), Thomas Schlingmann (Tauwetter), Susanne Schultz und Vanessa Lux.
Werkstatt der Kulturen, Freitag, 17.30-19.30,  Großer Saal.