queerfeminismus und oekonomiekritik
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Ausbeutung und Widerstand. Am Beispiel der Anwerbung von Frauen für die Erdbeerernte in Huelva.

Die marokkanische ANAPEC erwies sich für die Bestrebungen Spaniens, billige Arbeitskräfte für den landwirtschaftlichen Sektor Andalusiens zur rechten Zeit zu Verfügung zu stellen, als durchaus geeignete und effiziente Einrichtung. In den Provinzen Khénifra, Midlet, Meknès, Zerhoun, Berrechid, Oujda, Beni Mellal und etlichen anderen wurden Büros für die weit reichende Anwerbungsaktion eingerichtet. Informationen über das genaue Vorgehen bei der Anwerbung von ArbeiterInnen sind dank der Recherche von AktivistInnen von ATTAC-Marokko ans Tageslicht gekommen. Es stellte sich heraus, dass die Aufnahmekriterien für die Zulassung zur Saisonarbeit auf spanischen Feldern jeglichen Nicht-Diskriminierungsgesetzen aufs Ärgste widersprachen. Die ANAPEC organisierte – in Absprache mit den spanischen Behörden – eine jeder Beschreibung spottende Selektion von ArbeiterInnen nach sexistischen und menschenunwürdigen Kriterien, die an die Kolonialzeit erinnern: Ausgewählt wurden Frauen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren, die verheiratet sein mussten, außerdem Mütter von Kindern unter 14 Jahren und für die körperlich schwere Arbeit physisch geeignet. Wenn der Arbeitsvertrag endet, endet auch die Aufenthaltsbewilligung in Spanien. Die Arbeiterinnen sollen zum Erdbeerpflücken kommen und es stellt sich nicht die Frage, ob sie nach dem Ende der Ernte noch einen Tag länger in der EU bleiben. Damit dies gewährleistet wird, wurden Frauen mit Kleinkindern ausgewählt, von denen angenommen werden konnte, dass sie selbst ein Interesse haben, bald wieder nach Marokko zurückzugehen. Das Beispiel der Anwerbung von Frauen für die Erdbeerernte in Huelva ist nur eines von vielen.

Bericht von Dieter A. Behr mit anschließender Diskussion.

Werkstatt der Kulturen, Samstag 18.30-20.30, Raum 3.